Start Orte und Ortsfamilienbücher Oberamt Karlsruhe

Die Oberämter Karlsruhe und Durlach sind Teil der Landvogtei Karlsburg. Diese wurde von einem adeligen Beamten, dem Vogt (auch Voigt oder Fauth) geführtZum Oberamt Karlsruhe zählten die heutigen Stadtteile BeiertheimKnielingen, Mühlburg und Rüppur sowie die Gemeinden, Blankenloch, Eggenstein, Friedrichstal, Hochstetten, Leopoldshafen, Linkenheim und Mutschelbach.

 

Bis 1803 wurden das Oberamt Durlach und das Bezirksamt Karlsruhe in Personalunion geführt.

  

 

Mühlburg

ist heute ein Stadtteil von Karlsruhe.

Eingemeindung: 01.01.1886, Einwohner ca. 16.000

PLZ 76185

Mühlburg im deutschen Genwiki

Mühlburg in Wikipedia

 

Digitale Aufnahmen der ev. Kirchenbücher Jürgen Wißwässer

 

Bearbeitung der Kirchenbücher 1720 bis 1900 durch  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Standesbücher online im Generallandesarchiv Karlsruhe, evangelische Gemeinde

1783, 1790 und 1800-1809 1810-1832 1833-1844 1845-1853 1854-1863

1864-1869

 

Mühlburg in "die Kirchenbücher von Baden" von Herrmann Franz

 


 

Geschichte von Mühlburg (c) 2012 Michael Niederle

 

Die möglicherweise erste urkundliche Nennung Mühlburgs findet man in einer Urkunde, die 1248 in "Mulenberc" ausgestellt wurde und die Heirat zwischen Markgraf Hermann VI. von Baden (*um 1225 † 04.10.1250) mit Gertrud von Babenberg (*um 1226; † 24.04.1288) bestätigt. In dieser Urkunde ist nur die Jahreszahl ohne genaues Datum angegeben. (Einleitung in die Geschichte der Marggravschaft und des marggrävlichen altfürstlichen Hauses Baden ; Th. 1. - 1764, Johann Christian Sachs (ausleihbar in der badischen Landesbibliothek [O48A 106 ,1])

 

Die erste datierte urkundliche Erwähnung Mühlburgs finden wir am 01.04.1248 in einer Urkunde der Markgrafen Hermann VI. (* um 1225 † 04.10.1250) und Rudolph I. (* um 1230 † 19.11.1288) von Baden, die endet mit „Datum in Mulenberc  Anno Domini MCCXLVIII. Indictione I. nonis Aprilis“. Nach dem heutigen gregorianischen Kalender wäre das der 08.04.1248. (Historia Zaringo-Badensis (5), Johann Daniel Schöpflin, Seite 213)

 

Eine weitere Urkunde mit genauem Datum stammt vom 21.09.1254. In Ihr gestattet Markgraf Rudolf von Baden dem Kloster Salem von seinen Dienst- und Lehensleuten Güter zu erwerben. (Codex diplomaticus Salemitanus ; 1. 1134 - 1266 (Präsenzbestand in der badischen Landesbibliothek [Ok00645,1]))

 

In der Folgezeit gibt es reihenweise Urkunden, die zeigen, dass Mühlburg im Mittelalter badischer Regierungssitz war, soweit man davon sprechen kann. Am 16.12.1258 befreit Markgraf Rudolf I. Von Baden (* um 1230; † 19.11.1288) das Kloster Maulbronn von Zollabgaben an Pforzheim, das 1227 durch Heirat an Baden gekommen war. Am 01.09.1265 wird das Kloster Herrenalb von sämtlichen Abgaben befreit. (Diese und weitere Urkunden sind im Generallandesarchiv Kartsruhe und im Hauptstaatsarchiv Stuttgart einsehbar.)

 

Nachdem 1250 mit Friedrich II der letzte deutsch-römische Stauferkaiser gestorben war folgte nach der Erbmonarchie die Wahlmonarchie. 1273 wählten die deutschen Kurfürsten Graf Rudolf IV. von Habsburg zum König, der sich fortan König Rudolf I. nannte. Bereits 1274 kam es zu Streitigkeiten zwischen König Rudolf I. und Markgraf Rudolf I. von Baden über sie Höhe von Zollabgaben. In der Folge besetzten Habsburger Truppen Mühlburg, Durlach und Grötzingen. Mühlburg war seitdem nur noch ein Reichslehen.

 

Bereits zu dieser Zeit zeichnete sich in Mühlburg ein Amt ab. Ihm gehörten auch weiter entfernte Orte wie Bahnbrücken, Forchheim und Mörsch an. Daneben die Orte links der Alb, Bulach und Daxlanden.

 

Aus dem 14.Jahrhundert wissen wir bis auf eine Pestepedemie 1348/1349 nichts über Mühlburg. 1424 führte die expansive Zollpolitik des Markgrafen Bernhard I (†1431) zum "Zug nach Mühlburg". Die Städte Basel, Freiburg und Straßburg fürchteten um Ihre Privilegien und zogen, unterstützt von Truppen aus der Pfalz und Schwaben, gegen Mühlburg. Die Belagerung begann am 24.06.1424. Es gelang den Truppen nicht, die Burg Mühlburg einzunehmen, aber die Zerstörungen im Umland waren groß. Die Belagerung endete mit dem Friedenschluss vom 03.07.1424 in dem den Städten des Breisgaus ihre Rechte weitgehend zugesichert wurden.

 

Literatur dazu:

Basler Chroniken / Historische und Antiquarische Gesellschaft / August Bernoulli

 

Seit 1468 ist im Mühlburger Schloss eine Kaplanei nachweisbar, die zum Kirchspiel Knielingen gehörte. Andernorts gab es viele Kirchenneubauten im gotischen Stil.

 

Ab 1479 gab es in Süddeutschland lokale Bauernaufstände, die sich bis 1502 auch in das Gebiet um Mühlburg ausweiteten. Die Lebensverhältnisse der Bauer hatten sich immer weiter verschlechtert. Sie trugen die Hauptlast für das feudale Leben der Adeligen, Beamten und Patrizier. Neben Großzehnt und Kleinzehnt mussten sie weitere Abgaben und Steuern auf nahezu alle Einkünfte zahlen. Je größer die Zahl der Nutznießer wurde, desto mehr stiegen die Abgabe der Bauern.

 

1524 schloss sich Mühlburg dem "brurheinischen Bündniß" an und nahm aktiv am Bauernkrieg teil, der in Baden schon 1525 blutig niedergeschlagen wurde. Am 29.05.1525 versprachen die Dörfer des Amtes Mühlburg sich von den "Brurheinischen" loszusagen und Markgraf Philipp I. (*06.11.1479; †17.09.1533) "Ersatz für seine Rüstungskosten zu leisten". (GLA Bestellsignatur: 36 Nr. 357) Am 04.06.1527 wurden sie zusätzlich zu Strafzahlungen von 300 fl. für Beschädigungen während des Bauernkrieges verpflichtet. (GLA Bestellsignatur: 36 Nr. 2152)

 

Bei der Landesteilung Badens 1535 kam Mühlburg zu Baden-Durlach. Das Amt Mühlburg musste die Orte südlich der Alb an das Amt Ettlingen abgeben.

 

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Das Wasserschloß Mühlburg war zu dieser Zeit noch eine stark befestigte Anlage.

 

Das Generallandesarchiv Karlsruhe verfügt über eine Steinzeichnung, in der das Schloss Mühlburg im Jahre 1550 dargestellt wird.

 

Zum 01. Juni 1556 führte Markgraf Karl II. (*24.07.1529 in Pforzheim †23.03.1577 in Durlach) in der Markgrafschaft Baden-Durlach die Reformation im Sinne Martin Luthers (*10.11.1483 in Eisleben †18.02.1546 Eisleben) ein.

 

Ruhiger wurden die Zeiten jedoch nicht. 1622 wurde das Schloss im dreißigjährigen Krieg durch die Truppen von Johann t’Serclaes Graf von Tilly (*1559 Villars la Ville / Brabant †30.04.1632 in Ingolstadt) niedergebrannt. Als der Krieg 1648 zu Ende war, ließ Markgraf Friedrich V. (* 06.07.1594 in Sulzburg, † 8.09.1659 in Durlach) das Schloss wieder aufbauen. Aber 1648 brach in der Markgrafschaft Baden-Durlach wieder die Pest aus und reduzierte auch die Einwohner Mühlburgs erheblich.

 

Kaum davon erholt, wurde das Schloss Mühlburg 1689 im pfälzischen Erbfolgekrieg durch die Franzosen unter General Ezéchiel du Mas, comte de Mélac (*um 1630 in Sainte-Radegonde †10.05.1704 in Paris), der die bis dahin unbekannte und Menschen verachtende „Taktik“ der „verbrannten Erde“ des franz. Sonnenkönigs Ludwig XIV. umsetzte,  vollständig zerstört. Diesmal wurde es nicht wieder aufgebaut und die Pläne, das Dorf Mühlburg zu einer Stadt zu entwickeln (1670 war Mühlburg durch Markgraf Friedrich VI. Stadtrecht erteilt worden), hatten sich damit auch erledigt. Eine Federzeichnung im Generallandesarchiv zeigt das Mühlburger Schloss vor der Zerstörung 1689.

 

1699 wurden die Stadtprivilegien durch Markgraf Friedrich VII. Magnus von Baden-Durlach (*23.09.1647 in Ueckermünde; †25.06.1709 in Durlach) mit Erfolg erneuert. Mühlburg erlebte einen Zuzug von Juden, Katholiken und Waldensern. 1714 hatte Mühlburg 521 Einwohner von denen nur noch rund 75% evangelisch waren.

 

Mit der Gründung der Stadt Karlsruhe 1715 endete der Aufschwung aber zunächst einmal. Es ist bezeichnend, dass die Trümmer des Mühlburger Schlosses für den Bau des Karlsruher Schlosses verwendet wurden.

 

Wilhelm Ludwig von Baden-Durlach (*14.01. 1732 † 17.12.1788), der Bruder des ersten badischen Großherzogs Karl Friedrich von Baden (*22.11 1728 in Karlsruhe †10.06.1811 in Karlsruhe) kaufte in Mühlburg Ländereien und errichtete 1769 eine Krappfabrik, die bereits 1770 in eine Brauerei umgewandelt wurde. Wilhelm Ludwig war eine „morganatische Ehe“ (nicht standesgemäße Ehe) mit der bürgerlichen Wilhelmine Christine Schortmann (*1740 †1804) eingegangen. Die Kinder der beiden wurden am 27.01.1777 vom (damals noch) Markgrafen Karl Friedrich in den Adelstand erhoben und mit dem Titel „Freiherren von Seldeneck“ ausgestattet. „Von Seldeneck“ war ein 1583 im Mannesstamm ausgestorbenes Adelsgeschlecht. Der Sohn Wilhelm von Seldeneck (*14.01.1766 †10.01.1827) ist somit der Stammvater aller „von Seldeneck“. In der Universitätsbibliothek Heidelberg befindet sich ein Digitalisat der Urkunde mit Wappen.

 

Die Seldeneck´sche Brauerei wurde 1921 von der Grünwinkler Brauerei Sinner gekauft und die Bierproduktion eingestellt. Die 1849 angelegte Familiengruft der „von Seldeneck“ befindet sich auf dem Mühlburger Friedhof.


Literatur dazu:
Hopfen & Malz : die Geschichte des Brauwesens in Karlsruhe / Barbara Guttmann. Mit Beitr. von Thomas Meyer und Erik Neumann. [Hrsg.: Stadt Karlsruhe - Stadtarchiv. Red.: Manfred Koch]. - Karlsruhe : Badenia-Verl., 1998. - 184 S (ausleihbar in Landesbibliothek Karlsruhe [99 A 1214]).

Während der Zeit der badischen Revolution 1848/1848 lebten in Mühlburg 344 Familien und insgesamt 1.749 Einwohner. Davon waren 1.295 evangelisch und 441 katholisch. Es waren 790 Männer und 959 Frauen. (Quelle: Prof. Dr. Irmtraud Goetz von Olenhusen, Lehrstuhl VII, Historisches Seminar der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf )

 

1886 wurde die Stadt Mühlburg schließlich mit 4100 Einwohnern und einer Fläche von 210 Hektar nach Karlsruhe eingemeindet. Mühlburg verlor ein großes Gebiet an die wachsende Karlsruher Weststadt und auch ein Stück an Grünwinkel, bekam dafür aber das gesamte Gebiet des späteren Rheinhafens von den alten Fischerdörfern Daxlanden und Knielingen und gewann somit den Zugang zum Rhein.

 

ergänzende Literatur:

Mühlburg : Streifzüge durch die Ortsgeschichte ; 750 Jahre Mühlburg ; 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Mühlburg ; 100 Jahre Bürgerverein Mühlburg ; 100 Jahre Radsportverein Karlsruhe ; 100 Jahre Bayernverein Weißblau Almrieden / hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche in Verbindung mit dem Bürgerverein Mühlburg .... - Karlsruhe : Info-Verl., 1998. (ausleihbar in der badischen Landesbibliothek [98 A 15496]).

Blankenloch, Büchig und Stutensee

altaltalt

Blankenloch und Büchig sind heute Ortsteile

der großen Kreisstadt Stutensee, nördlich von Karlsruhe.

Eingliederung 01.01.1975

PLZ 76297

Blankenloch im deutschen GenWiki

Büchig im deutschen GenWiki 

 

Ortssippenbuch Blankenloch-Büchig und dem Stutensee 1672-1920

 

Titel:

Autor / Hrsg.:

.

Erscheinungsjahr: 

Umfang:

ISBN:

Ortssippenbuch Blankenloch-Büchig und dem Stutensee 1672-1920

Scheidle, Walter August / Heimat- und Museumsverein Blankenloch-Büchig

2011

1449 Seiten

3-00-008164-X

 

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Beiertheim

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ist heute ein Stadtteil von Karlsruhe

Eingemeindung: 01.01.1907, Einwohner: ca.6.500

PLZ 76135

Beiertheim im deutschen Genwiki

Beiertheim in Wikipedia

 

Die erste urkundliche Erwähnung findet sich in der Stiftungsurkunde des Klosters Gottesaue vom 15.08.1110 von Kaiser Heinrich IV. "Predia autem ad predictum monasterium pertinentia et ab eodem comite tradita hec sunt: Ipse locus scilicet Godesho(u)wa et alia Godesho(u)wa, Dagemaresdunch, Bo(u)rdam, ...". (Die Güter aber, die zum vorher genannten Kloster gehören und nun von diesem Grafen übergeben wurden, sind folgende: Der Ort Gottesaue selbst und das andere Gottesaue, Dammerstock, Beiertheim, ...) Insgesamt werden 15 Orte genannt.

 

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Schröck

(Leopoldshafen)

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ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen

Eingliederung: 01.12.1974

PLZ 76344

 

Ortssippenbuch Leopoldshafen (Schröck)

 

Autor:

PLZ / Land:

Umfang:

Format:

Reihe Dt. OFB/OSB:

Verleger:

Preis:

Walter August Scheidle

76344 / Deutschland

627 Seiten

DIN A4 Hardcover

00.673

Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen

19,50 €

  

 

Schröck, evangelische Gemeinde - Standesbücher online im Generallandesarchiv

1810-1845 / 1846-1869

 

Schröck wurde zum ersten Mal am 01.07.1160 urkundlich erwähnt, als die Übertragung des Hofes Schröck an das Kloster Maulbronn von Bischof Günther von Speyer bestätigt wurdeDanach war Schröck ein bewirtschafteter Klosterhof, in dem bereits 1390 eine Fähre über den Rhein erwähnt wurde

 

Nach heutigem Wissen lag Schröck an keiner bedeutenden Handelsstrasse. Dennoch gewann Schröck aufgrund seiner strategischen Lage früh und zunehmend an Bedeutung, was einer Urkunde aus dem Jahr 1382 von König Wenzel (*25.02.1361 in Nürnberg †1419 ,   er beurkundete selbst mit Wenczlaw . lat. Wenceslaus), dem ältesten Sohn Kaiser Karls IV. (*14.05.1316 †29.11.1378) an Markgraf Bernhard I. von Baden (*1364 †05.04.1431 in Baden-Baden) zu entnehmen ist. Darin wird Schröck neben Ettlingen und Rastatt als badische Zollstation genannt.

 

Literatur dazu:

Geschichtliche Entwicklung des Staatsrechts des Großherzogthums Baden und der verschiedenen darauf bezüglichen öffentlichen Rechte / 2,1 : Innere Staatsverhältnisse des Großherzogtums : Allgemeine Grundlage der innern Staatsverfassung und ihre besondere Beziehung zu den bürgerlichen und kirchlichen öffentlichen Rechtsverhältnissen der Einwohner - Erwin Johann Joseph Pfister 1838 [Bayrische Staatsbibliothek J.publ.g. 585 h-2,1]

 

 

Bereits 1362 war Schröck badisch geworden. Mit Urkunde vom 29.03.1362  erwarb Markgraf Rudolf VI. (†21.03.1372) Schröck vom Kloster Maulbronn durch Tausch  von Gütern in Besigheim. [Hauptstaatsarchiv Stuttgart A 502 U 76]

Im 18. Jahrhundert erlebte Schröck einen wirtschaftlichen Aufschwung. 1721 wurde ein Rat- und Schulhaus gebaut, das heute als Heimatmuseum dient. Am Rhein wurde ein Hafen angelegt und 1750 errichteten Privatleute ein Lagerhaus mit Kränen.

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Diesem Aufschwung entsprechend wurden die bis dato zu Eggenstein gehörigen Schröcker Höfe 1762 eine eigenständige Gemeinde. 1765 wurde im einstigen Klosterhof eine Salpetersiederei erstellt, 1769 eine Poststation eingerichtet und 1789 eine Kristallglafabrik errichtet. 1792 siedelte sich das bedeutende Handelshaus und Speditionsunternehmen Merian & Co an.

 

1808 wurde der Schröcker Hafen eine der drei ausschließlichen „Ein- und Ausladestellen am badischen Rheinufer“. Diesen Titel trugen nur noch die Häfen in Neckarau bei Mannheim und Neufreistett bei Kehl.

 

Das Wachstum spiegelt sich auch in der Bevölkerungszahl wieder. Lebten 1709 noch 50 Menschen in Schröck, waren es 1809 immerhin 357 Personen.

 

Die von dem badischen Ingenieur Johann Gottfried Tulla (*20.03.1770 in Karlsruhe †27.03.1828 in Paris) geplante Begradigung des Rheins machte eine Verlegung des Schröcker Hafens nötig. 1812 wurde er an seine heutige Stelle verlegt und erhielt 1818 ein Lagerhaus und einen Kran. 1831 wurde schließlich ein regelmäßiger Dampfschiffahrtsverkehr von Schröck nach Mainz eingerichtet.

 

Am 29.05.1833 besuchte das badische Großherzogsehepaar Schröck anlässlich der Eröffnung der Oberrheinschiffahrt durch das Schiff Koblenz. Auf ein Bittgesuch der Einwohner von Schröck an den Großherzog Leopold von Baden (*29.08.1790 in Karlsruhe †24.04.1852 in Karlsruhe) wurde Schröck am 04.06.1833 in Leopoldshafen umbenannt. Am 7. Juli 1833 feierten die Leopoldshafener die Namensumbenennung mit einem Festgottesdienst.

 

Am 14.10.1837 gab es ein ähnlich großes Fest, das dann aber das letzte bleiben sollte: Die Einweihung des Dampfschiffes „“Großherzog Leopold von Baden“, wieder unter Anwesenheit von Großherzog Leopold und seiner Gemahlin Großherzogin Sophie Wilhelmine von Holstein-Gottorp (*21.05.1801 in Stockholm †6.07.1865 in Karlsruhe).

 

1852 erhielt Schröck eine eigene Kirche und wurde 1894 eine eigenständige evangelische Pfarrei. Zuvor war Schröck von Linkenheim und Eggenstein betreut worden.

 

So rasant der Aufschwung war, so schnell war aber auch der Niedergang. Als 1840 eine Schiffsbrücke bei Knielingen fertig gestellt und damit eine ständige Verbindung zwischen Baden und der bayrischen Pfalz geschaffen war, verlegte die Rheinische Dampf-Schiffahrts-Gesellschaft ihre Abfahrtsstelle von Leopoldshafen nach Knielingen. Dazu kam der Ausbau des Maxauer Hafens zum Freihafen.

 

Als dann 1860 die Eisenbahnlinie von Karlsruhe nach Mannheim projektiert und 1862 von Karlsruhe über Knielingen in die Pfalz realisiert wurde, verlagerte sich der Schiffsverkehr zunehmend von Leopoldshafen nach Maxau. Die Linie Knielingen Mannheim ging 1870 in Betrieb und Leopoldshafen erhielt nicht nur keine Anbindung des Hafens sondern nicht mal eine Haltestelle. Viele Bürger wanderten wegen der schlechten Wirtschaftslage ab oder aus.

 

Die Wende zum Besseren brachte erst die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts Die Ansiedlung des Kernforschungszentrums, dem heutigen Institut für Technologie, ab 1957, der allgemein  einsetzende wirtschaftliche Aufschwung nach dem 2. Weltkrieg, die nahe gelegene Stadt Karlsruhe und auch die Gemeindefusion mit dem südlich gelegenen Eggenstein ließ Leopoldshafen wieder aufblühen.

 

Literatur dazu:

850 Jahre Leopoldshafen: zwischen Rhein und Forschungszentrum, Konrad Dussel [BLB Karlsruhe 110A 5496] 

 

Linkenheim

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ist heute ein Ortsteil von Linkenheim-Hochstetten

17 km nördlich von Karlsruhe

Eingliederung: 01.01.1975

PLZ 76351

Linkenheim im deutschen Genwiki

 

Linkenheim, evangelische Gemeinde - Standesbücher online im Generallandesarchiv

1783, 1790 und 1800-1809 / 1810-1829 / 1830-1845 / 1846-1860 / 1861-1869

 

Ortsfamilienbuch Linkenheim

 

Autor:

PLZ / Land:

Umfang:

Format:

Reihe Dt. OFB/OSB:

Verleger:

Preis:

Kurt Joß, Manfred Becker

76351 / Deutschland

1.260 Seiten

DIN A4 Hardcover

00.876

Gemeinde Linkenheim-Hochstetten

30,00 €

  


Linkenheim wird erstmals 777 (nicht ganz sicherim Lorscher Codex urkundlich erwähnt.

Linkenheim im Lorscher Codex (QuelleUniversität Erlangen)

 

Im Laufe der Jahrhunderte hatte Linkenheim viele Namen, die aber immer ähnlich blieben: Anno 782 Lichenheim, dann 792 bereits Linkenheim, 1156 Linegenheim, 1160 Linkinheim, 1177 Linggehnheim, Lincanheim, 1250 Lingenheim, 1272 Linchenheim, 1362 Lingenheim, 1383 Lynkenhein, 1388 Linkenhein, 1466 Linckenheim, 1429 Lonchenkem, 1431 Lynckenheim, 1440 Lynkenheim, 1459 Lynckeneim, 1484 Linkenhein, 1488 Linckenhen (Topographisches Wörterbuch des Großherzogtums Baden (Band 2) Seite 82, Krieger, Albert,  Badische Historische Kommission)

 

Die so genannten „-heim“ Orte werden überwiegend den Franken zugesprochen. Frankenkönig Chlodwig I. hatte 496 n. Chr. die angreifenden Alemannen vernichtend geschlagen. In der Folge besiedelten die Franken zunächst die linksrheinischen Gebiete, das heutige Elsaß. Ab etwa 536 n. Chr. besiedelten sie auch Gebiete auf der rechten Rheinseite. Die Franken siedelten sich oft in der Nähe römischer Siedlungen an. Das römische „villa“ wich dem fränkischen „heim“. (Die Enstehung der -heim-Ortsnamen im südbadischen Oberrheintal vom Elsaß her, Fritz Langenbeck, Badische Heimat 37 (1957))

 

Warum es die Franken ihre hölzerne Pfahlpfostenhäuser den römischen Steinhäusern vorzogen, weiß man nicht. Der Grund für die Gründung von Siedlungen in der Nähe von römischen Kastellen liegt aber auf der Hand: es war bereits eine Infrastruktur vorhanden, römische Heeres und Handelsstraßen.

 

Die „-heim“ Orte können sowohl einen Bezug zu einer Person, aber auch zu einer Gegebenheit haben. Besteht ein Personenbezug, lässt sich relativ leicht das Gründungsdatum bestimmen. In Linkenheim ist das leider nicht der Fall. Wir finden keinen fränkischen Fürsten oder Heeresführer mit dem Namen Link, Linck, Lynk oder auch nur so ähnlich.

 

Das „Link“ in Linkenheim muss also ein Bezug auf eine Gegebenheit sein. Da müssen wir nicht lange suchen. Im althochdeutschen Wörterbuch (ca. 750 -1050 n. Chr. finden wir Link, auch Lynx = Luchs. (Univ.-Prof. Dr. Gerhard Köbler, Universität Innsbruck, Zentrissimum integrativer europäischer Legistik)

 

Auch wenn wir Luchse heute nur noch vom Zoo kennen, damals waren Luchse hier weit verbreitet und neben Bär und Wolf das größte Raubtier. Luchse sind in der Regel Einzelgänger. Vielleicht hat irgend ein Fürst dort einen besonders stattlichen Luchs erlegt und deshalb die Siedlung so benannt.

 

Weiterführende Literatur zur Geschichte von Linkenheim

 

http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/volltexte/2013/2197

 

Neureut

(Welschneureut)

ist heute der nördlichste Stadtteil von Karlsruhe

Eingemeindung: 14.02.1975, Einwohner ca. 17.000

PLZ 76149

Welschneureut im deutschen Genwiki

 

 

Ortssippenbuch der ehemaligen Gemeinde  Welschneureut 1699-1910

 

Titel:

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Autor / Hrsg.:

Erscheinungsjahr:

Umfang:

ISBN:

Ortssippenbuch der ehemaligen Gemeinde  Welschneureut 

1699-1910

Walter Müller

2010

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Welschneureut, evangelische Gemeinde - Standesbücher online im Generallandesarchiv

1803,1804, 1808 /  1810-1845 / 1846-1869

 


 

Geschichte Welschneureuts (c) 2012 Michael Niederle

 

Welschneureut wurde 1699 von Markgraf Friedrich Magnus (* 23.09.1647 in Ueckermünde

† 25.06.1709 in Durlach) auf Neureuter Gemarkung gegründet.

 

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